Von Daniel Waechter · Erfahrungsbericht · eigene Erfahrung = so habe ich es selbst erlebt, kein Labortest
„Als Kind habe ich mir genau das gewünscht: mir etwas ausdenken, das passende Material nehmen – und es einfach selbst machen.“
Wie alles anfing: Tüfteln, tüfteln, tüfteln
Seit 2020 drucke ich in 3D. Mein erster war ein Anycubic i3 Mega S. Damals hieß 3D-Druck vor allem: tüfteln und sich freuen, wenn ein Druck überhaupt klappt. 😅
Gelernt habe ich dabei eine Menge: wie man einen Drucker auseinander- und richtig wieder zusammenbaut, wie man ihn kalibriert, was der richtige Abstand zwischen Düse und Druckbett ausmacht und warum Bed-Leveling so wichtig ist. Und natürlich die Druckereinstellungen. Ich war nie der Typ, der sagt „Egal, dann eben der Nächste“. Ich wollte verstehen, warum etwas nicht klappt.
Meine allerersten Drucke aus PLA waren übrigens Spielhäuser für meine Kinder, passend zu ihren Klemmbausteinen. Daraus sind heute meine eigenen Modelle geworden.
Meine Drucker im Zeitstrahl
2020 · der Anfang Anycubici3 Mega S Viel Lehrgeld, viel gelernt. Ohne ihn wüsste ich heute nicht, wie so ein Drucker innen tickt.
Zwischendurch Anycubicein älteres Modell 🙈Ehrlich gesagt: Mit dem bin ich nie warm geworden. Nicht jeder Drucker passt zu jedem.
Der kleine Flitzer QidiX-Smart 3 Schnell, schön, zuverlässig: rund 2.000 Stunden, bis ich das erste Mal die Düse wechseln musste. eigene Erfahrung Für Einsteiger kann ich so einen Kleinen nur empfehlen, wenn du noch einen findest. Verkauft habe ich ihn später nur aus Platzgründen, weil meine Drucker größer werden mussten.
Preis-Leistungs-Held CrealityEnder-3 V3 SE Damals rund 159 €. Einmal habe ich das Druckbett getauscht, sonst lief er weit über 1.000 Stunden. Heute druckt ein Freund damit, der gerade einsteigt. 💛 eigene Erfahrung
Der Große QidiPlus4 Am Anfang hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, danach war er einfach eine Maschine. Vor einem halben Jahr habe ich ihn verkauft, und ich vermisse ihn bis heute.
Für die Zeitraffer Bambu LabP1S Mein Hauptdrucker. Gekauft habe ich ihn vor allem für Timelapse-Videos: Beim Bettschubser wackelt die Platte im Zeitraffer furchtbar hin und her, beim P1S bleibt das Bild ruhig.
Mein Liebling AnycubicKobra X mit ACE Gen 2 Ungefähr 1.300 Stunden auf der Uhr und er läuft einfach. Das Druckbett ist wunderbar, Warping hatte ich damit praktisch nicht. Ich bin so zufrieden, dass jetzt der zweite bei mir steht. 🧡 eigene Erfahrung
Neu im Team QidiPlus5 Combo mit Polar Cooler Der Nachfolger meines Plus4. Ich drucke oft sehr große PLA-Teile und will dafür einen beheizten Bauraum. Laut Qidi kann der Plus5 fast jedes Material, das probiere ich in Ruhe aus.
Was ich unterwegs gelernt habe
Haftung ist alles. Klebt die erste Schicht gut, ist der halbe Druck geschafft.
Große Teile bekommen Mausohren. Bei richtig großen Teilen setze ich an jede Ecke Mausohren mit etwa 20 mm Durchmesser. Damit hält bei mir alles. eigene Erfahrung
Platte sauber halten. Ich wische meist mit Isopropanol ab (dabei gut lüften). Gründlicher wird es mit Spülmittel und warmem Wasser, denn Alkohol allein löst Fett nicht immer ganz. Mehr dazu in unseren Häufigen Fragen zu Druckproblemen.
Herstellerslicer nehmen. Für Anycubic nutze ich den Anycubic Slicer Next, für Bambu Lab Bambu Studio (oder Orca Slicer), für Creality Creality Print. Vier Drucker, vier Slicer. Das klingt nach viel, aber die Profile passen dann einfach.
Kein Gaming-PC nötig. Fürs Slicen reicht ein ganz normaler Computer, auch für große Modelle. eigene Erfahrung
Mehrere Modelle auf einmal. Wenn du mehrfarbig druckst, packe mehrere Modelle auf eine Platte. Dann verteilt sich der Abfall der Farbwechsel auf mehr Teile.
Die meisten Filamente sind heute richtig gut. Ich habe mit Sunlu, eSUN und Geeetech gedruckt, das Kilo kostete bei mir um die 10 € und lief wunderbar. Aus meiner Sicht reichen 10 bis 15 € pro Kilo völlig. eigene Erfahrung
Auch beim Strom bleibt es entspannt. Meine Drucker ziehen nach meiner Schätzung etwa 150 bis 200 Watt, mit einer Kilowattstunde komme ich also grob 5 bis 7 Stunden weit. meine Schätzung Genaue Zahlen findest du in den Häufigen Fragen zu Kosten und Strom.
Welche Drucker ich heute empfehlen würde
Es muss auf keinen Fall der teuerste sein. Ich würde aber zu einem neueren Gerät greifen, denn die funktionieren heute einfach. Montagsgeräte gibt es natürlich immer mal, aber im Großen und Ganzen läuft es. Diese Entwicklung hat Bambu Lab ins Rollen gebracht.
Bambu LabP1S: super Gerät und nicht teuer.
CrealitySPARKX i7 oder der neue SPARKX i8: aus meiner Sicht spannende Geräte, selbst gedruckt habe ich darauf noch nicht.
CrealityK2: Hier würde ich nur zur Pro-Variante greifen.
AnycubicKobra X: mein Liebling, dazu mit wenig Abfall beim Mehrfarbdruck.
Mit KI stehe ich selbst noch am Anfang, aber ich finde das Feld unglaublich spannend. 🤩 So probiere ich es aus:
Bild erstellen, zum Beispiel mit ChatGPT oder Googles Nano Banana. Dazu schreibe ich gleich „für den 3D-Druck, ohne Hintergrund“.
Bild in 3D umwandeln, zum Beispiel mit Meshy oder Hi3D ↗. Bei Hi3D nutze ich manchmal auch den Hi3D Agent ↗, dem man per Chat sagt, was man ändern möchte. Für nicht zu komplizierte Modelle klappt das heute richtig gut. Einen Monat für rund 20 € auszuprobieren lohnt sich aus meiner Sicht.
Selbst konstruieren: Mit ein paar Grundlagen in CAD baust du eigene Teile nach Maß. Kostenlos starten kannst du zum Beispiel mit Tinkercad, FreeCAD oder Onshape (für private Projekte), später vielleicht mit Fusion 360. In unserer Werkstatt im Browser findest du passende Werkzeuge.
Was ich so drucke: Körbchen für Garage und Keller, Controller-Halter für die Nintendo Switch und alles, was im Haushalt gerade fehlt. Fertige Vorlagen findest du über unsere Modellsuche.
Warum ich an den 3D-Drucker zu Hause glaube
Ich bin überzeugt: Bald werden wir uns dreimal überlegen, ob wir etwas kaufen oder ob wir es einfach selbst drucken. Wenn das in die Breite geht, sparen wir Transportwege und schonen die Umwelt. Wir machen es wieder selbst und fangen zu Hause an. Für Spezielles gibt es weiter 3D-Druckdienste.
Auch 3D-Scanner werden gerade bezahlbar, einige kosten nur noch ein paar hundert Euro. Vielleicht scannt irgendwann unser Handy richtig ordentlich. Welche Scanner es heute gibt, steht in unserem 3D-Scanner-Ratgeber.